| Die Sieger mit den Schlabberhosen American Football Mainz Golden Eagles gewinnen den Winter-Bats-Bowl. Von Markus Merz Fabian Weigel notierte Ergebnisse. Fabian Weigel gab die Spielstände über die Lautsprecher durch. Und Fabian Weigel rief die Mannschaften auf, sich bereitzuhalten. Kurz gesagt: Fabian Weigel hatte am vergangenen Sonntag einiges zu tun. Doch das war für den 22-Jährigen ein Dienst aus guter Verbundenheit. Aus Verbundenheit zu den Fellbach Warriors, dem American-Football-Team des SV Fellbach. Dort hatte der Spieler der Stuttgart Scorpions mit Football begonnen und es im vergangenen Jahr zum Erstligisten in Stuttgart geschafft. Am Sonntag nahm er sich dann einen Tag Zeit für die Fellbach Warriors, die in der Gäuäckerhalle I in Fellbach den ersten sogenannten Winter-Bats-Bowl ausrichteten. "Er hat sich von selbst aufgedrängt. Einfach klasse", sagte Andrea Werthwein, die an erster Stelle für die Organisation des Flagfootball-Turniers verantwortlich war. Beim Flagfootball handelt es sich um eine kontaktarme Variante des American Football. Statt mit einem körperlichen Einsatz stoppen in dieser Spielart der Sportart Verteidiger die Angreifer, indem sie ihnen einen Stoffstreifen (Flag) aus dem Gürtel ziehen.
Am Turnier in der Gäuäckerhalle nahmen am Sonntag acht Mannschaften teil. Am besten gelang die Jagd nach einem Streifen Stoff dem Team der Mainz Golden Eagles, das schon am Samstag mit dem Zug angereist war und die Nacht mit den Fellbach Flagbats, dem Flagteam der Fellbach Warriors, in der Gäuäckerhalle verbracht hatte. Zusammen standen die beiden Teams dann auch im Finale, das die Mainzer mit 3:1 gewinnen konnten. "Der zweite Platz ist für uns ein richtig tolles Ergebnis", sagte Andrea Werthwein nach einem langen Turniertag, der fast acht Stunden gedauert hatte. Dabei blieb vom Essensangebot kaum mehr etwas übrig. "Wir haben fast 300 Leberkäs-Brötchen verkauft, und auch das sonst noch Angebotene war nahezu komplett aufgebraucht", sagte Andrea Werthwein, die zusammen mit dem Flagbats-Trainer Robert Hoffmann die offiziellen Regeln etwas abändern musste, damit der Winter-Bats-Bowl für die acht Teilnehmer auch ein machbares Unterfangen sein konnte. "Hätten wir nicht einige Veränderungen vorgenommen, wäre für jede der acht Mannschaften eine Startgebühr von 750 Euro fällig geworden, die letztlich der Verband bekommen hätte", sagte Robert Hoffmann, der jedem, den es interessierte, die Regeln des Flagfootball näher brachte: "Wir leisten hier noch richtige Pionierarbeit, die auch nötig ist." Eine Pionierarbeit, die Robert Hoffmann in den vergangenen Monaten auch in vielen Schulen betrieben hat, in denen Flagfootball zunehmend ein Angebot im Sportunterricht werden soll (siehe auch Hintergrund rechts).
Vielleicht versuchen sich demnächst auch die Kinder des ehemaligen Fußball-Bundesliga-Profis Silvio Meißner am Sport mit dem Ei. Beim Winter-Bats-Bowl schaute der einstige Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart mit seiner Familie in der Gäuäckerhalle I vorbei. Wenn auch durch einen Irrtum bedingt. Denn eigentlich wollte Silvio Meißner in die Gäuäckerhalle II zu einem Jugend-Fußballturnier, blieb dann aber doch eine Weile beim Flagfootball und bekam auch den späteren Sieger, die Mainz Golden Eagles, zu sehen.
Wie allen anderen Zuschauern dürften auch Silvio Meißner die weiten Hosen der späteren Sieger aufgefallen sein, die den Verteidigern der Gegner durchaus Probleme bereiteten, da diese öfter die Hosen als den Streifen Stoff zu fassen bekamen. "Tja, mit der inoffiziellen Auslegung des Turniers kommen solche Dinge wie die Mainzer Schlabberhosen eben vor", sagte Robert Hoffmann, der insgesamt drei Spielerinnen und dreizehn Spieler in seinem Team hatte. Darunter der Passwerfer Max Scheying oder der agile Yannick Heck. Und auch Fabian Herbst, der das Turnier zwischendurch verließ, um ein Handballspiel für den SV Fellbach zu bestreiten, gehört zu den Fellbach Flagbats. Zudem spielt er noch Fußball. "American Football ist eben eine Randsportart", sagte Robert Hoffmann. Auch wenn das nicht für Fabian Weigel gilt. |