Für die American Footballer der Fellbach Warriors ist die lange Zeit von Kraft-, Konditions- und Schnelligkeitstraining endlich vorbei. Nun können wieder Punkte auf dem Feld erzielt und die Zuschauer begeistert werden. Am kommenden Sonntag starten die Footballer in die neue Oberliga-Saison mit einem Auswärtsspiel in Karlsruhe bei den Badener Greifs.

Schwitzen für den Erfolg

Während in den USA die NFL-Superstars um Tom Brady und Co. im April in die Krafträume verschwinden, um sich für die neue Saison vorzubereiten, haben die Fellbach Warriors es bereits hinter sich, die dieses Jahr als Landesliga-Meister in der Oberliga spielen. „Die Vorbereitung ist für die Spieler immer eine harte Zeit. Von Oktober bis März bereiten sich die Jungs auf die neue Saison vor. Im Vordergrund dabei steht die Fitness. Bis die ersten Spielzüge mit Ball durchlaufen werden, dauert es immer etwas,“ so Abteilungsleiter Thomas Feurich

Doch gerade die Spielzüge standen zum Ende der Vorbereitung bei den „Men in Orange“ im Vordergrund. „Wir haben sehr viele neue Spieler dazubekommen, was uns während der Saison helfen wird. Davor mussten wir aber, den alten und neuen Spielern dieselbe Philosophie beibringen und dafür sorgen, dass sie eingespielt sind,“ so Feurich weiter.

Alte Bekannte

Der Großteil der neuen Spieler sind alte Bekannte in Fellbach, da sie bereits ihre Jugendjahre dort verbrachten haben und nach einiger Zeit bei anderen Teams nun wieder in Fellbach sind. In der Defensive werden die Warriors durch Steffen Beyerle verstärkt, der von den Albershausen Crusaders aus der GFL2 zurückkehrt. Hinzukommen noch Fabian Lonczig (Albershausen), Marco Fingerle und Steffen Bartsch (beide aus Backnang). In der Offensive darf sich der neue Offensive Coordinator Timo Müller auf die Verstärkung von Takis Grivas, Alexandros Sisca, Deniz Kizigül (alle Backnang) und Pascal Majer (Heidenheim) freuen.

Abgänge hingegen halten sich bei den Fellbachern in Grenzen. Mit Roman Melzel hat ein Defensive-Captain das Team aus beruflichen Gründen verlassen müssen. „Sehr positiv für uns ist, dass wird deutlichen mehr Zugänge als Abgänge zu verzeichnen haben. Schwierig dagegen ist die Lage der Verletzten. Diese hat sich im Laufe der Vorbereitung fast verdoppelt,“ so Feurich. „Wir zählen mindestens 10-15 Spieler, von denen wir nicht genau wissen, wann sie wieder einsteigen können.“

Verletzungs-Sorgen

Ein kleiner Teil der Verletzten konnte ihr Comeback beim Vorbereitungsspiel in Leonberg Ende März feiern. Allerdings kamen auch hier wieder neue hinzu. „Manche Verletzungen sind eher Blessuren, die nach zwei Tagen Ruhe wieder vorbei sind,“ so Feurich. „Andere hingegen werfen Spieler drei bis vier Wochen zurück, so zum Beispiel bei unserem Runningback Daniel Bäßler, der mit einer Fußverletzung eventuell die ersten beiden Spiele verpassen wird.“

Trotz der 6:20-Testspiel-Niederlage in Leonberg und den Verletzten freuen sich die Verantwortlichen der Fellbach Warriors auf die Oberliga-Saison, allen voran der Sportliche Leiter Christoph Gauermann. „Wir sind der Aufsteiger und haben nicht viel zu verlieren. In der Oberliga gibt es andere Teams, wie Freiburg oder Tübingen, die unbedingt aufsteigen wollen und die geht es zu ärgern. Wir wissen, dass es eine harte Saison wird und wir gegen den Abstieg spielen. Deshalb ist unser erstes Ziel den Klassenerhalt zu sicher.“

Um dieses Ziel zu erreichen, geht es diesen Sonntag zum ersten Gegner nach Karlsruhe, welcher kein unbekannter für die Fellbacher ist. „In den vergangenen drei Jahren haben wir viermal gegen die Badener Greifs gespielt und nur ein Spiel verloren,“ so Gauermann. „Vielleicht schaffen wir am ersten Spieltag also direkt eine Überraschung – wer weiß.“

Die Spieler der Fellbach Warriors sind auf jeden Fall motiviert und voller Vorfreude, dass es endlich wieder losgeht und das Ei über das Spielfeld fliegt.